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Dampferfahrt im kleinen Schwarzen

Landesmeisterschaften: Silber und 2x Bronze

 

9. August, Arendsee

 

mh| Urlaubsbedingt waren in den Tagen vor dem Wettkampf in Arendsee ein wenig Motivation und viel Organisation gefragt, um ein aussichtsreiches Team Stadtwerke Merseburg an den Start zu bringen. Der als Saisonziel ausgegebene und derzeit gehaltene Tabellenplatz 6 tat aber ein Übriges, so dass sich schließlich 7 Stadtwerker im schwarzen Einteiler auf einem Schaufelraddampfer auf einem See hoch oben im Norden Sachsen-Anhalts wiederfanden. Mal abgesehen von unserem Olympioniken Stefan Pohl - den wir alle weit vorn erwarteten - war nach den bisherigen Saisonergebnissen der Rennausgang völlig offen. Angetrieben vom internen Konkurrenzkampf schaffte sich das Team für den letzten Ligawettkampf am Heidesee eine hervorragende Ausgangsposition. Zusätzlich landete der ein oder andere dann sogar auf dem Treppchen der Landesmeisterschaften über die Olympische Distanz.

Abfahrt 6:00 Uhr ist verdammt früh! Egal ob man wie Andreas, Anton, Jürgen, Steffen und Thomas in heimischen Gefilden oder eben an der Ostsee startet, so wie Stefan und Michael. Arendsee liegt ziemlich genau in der Mitte und so trafen wir uns alle zur gleichen Zeit in der Anmeldeschlange. Trotz der frühen Abfahrt sollte die Zeit vor dem Start recht knapp werden. Das lag an den üblichen Dingen wie der Vorbereitung der Räder, der Suche nach einem Örtchen oder aber an der Junggesellenabschiedsgesellschaft mit plattem Bollerwagen. Anton half mit seiner Luftpumpe gern aus und bekam zum Dank neben einem (abgelehnten) Kümmerling immerhin einer ordentliche Fahne aus Altmarkbräu und Korn ab. Das Anstehen bei der Anmeldung oder auch das Einrichten von 2 getrennten Wechselzonen ließen die Zeiger auf der Uhr über dem Marktplatz von Arendsee ebenfalls schneller laufen als manchem lieb war und es kam eine gewisse Vorstarthektik auf. Zumal die Abfahrt zum Start auf dem See mit dem Ausflugsdampfer auf Punkt 10 terminiert war. Wer hier nicht rechtzeitig an Bord war, der verpasste das 1,5 Kilometer lange Schwimmen (und somit den gesamten Wettkampf). Irgendwie schafften wir es dann aber alle und konnten auf der zehnminütigen Fahrt weit auf den Arendsee hinaus erst einmal durchschnaufen.

 

Bis auf Anton: beim Anziehen seines Triathlonanzugs hatte sich der Reißverschluss auf der Vorderseite in seine einzelnen Bestandteile zerlegt. Er (der Reißverschluss!) war definitiv kaputt und mit 5 (wirklich) riesigen Sicherheitsnadeln getackert werden. Das sah nun nicht gerade vorteilhaft aus und provozierte ein Trommelfeuer an Kalauern. Das musste Anton aushalten, war aber wahrscheinlich immer noch besser als mit offenem Anzug in Doppelfunktion eines Bremsschirms durch das Wasser gleiten zu müssen.

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Der Dampfer fuhr und fuhr und fuhr… wahrscheinlich viel zu weit! Gefühlt allemal, denn er stoppte nur 200 Meter vor dem gegenüberliegenden Ufer. Der Käpt´n hatte jedoch kein Erbarmen und kehrte uns von Bord seiner "Queen Arendsee". Bei Sprung ins kühle Nass auf die Brille achten! Die dann angesagten 5 Minuten bis zum Start tickten offensichtlich in 10-Sekunden-Schritten herunter. Das Feld der 150 hatte sich da noch nicht einmal an der gedachten Startlinie formiert, als es schon los ging. Der mindestens 1,5 Kilometer entfernte Ausstieg war im Gewühle der Schwimmer nun nicht mehr zu sehen, jedoch boten große gelbe Bojen Orientierung auf dem langen Weg zum (anderen) Ufer. Stefan hatte damit erwartungsgemäß keine Probleme und hatte als 4. wieder festen Boden unter den Füßen. Die anderen Stadtwerker hatten da schon mehr zu kämpfen. Insbesondere die letzten 300 Meter mit starker seitlicher Strömung hatten es in sich und sorgten für manchen Extrameter. - Warum macht man immer wieder den gleichen Fehler? Ganz besonders traf dies auf Thomas zu, der im Gegensatz zu allen anderen wahrscheinlich die große Seerundfahrt gebucht hatte und erst nach fast 40 Minuten zu (s)einer Aufholjagd auf dem Rad starten konnte.

 

In den Top Ten und einige Kilometer weiter vorn auf der Strecke hielt sich zu diesem Zeitpunkt Stefan. Aufgrund des fehlenden Triathlonaufsatzes war der aufrechtsitzende Hüne auf den 3 Runden der Wendepunktstrecke stets von weitem gut - als Radtouristiker - zu erkennen. Nach und nach musste er aber dem schlechteren Equipment Tribut zollen und einige Konkurrenten auf ihren Zeitfahrmaschinen ziehen lassen. (Immerhin war sein Rad geputzt!) Hinter ihm fuhr Michael 2 Runden lang als Zweiter, ehe Jürgen in Runde 3 noch einmal aufdrehte und vorbei zog. Thomas hatte sich inzwischen an Anton und Steffen vorbei gekämpft, 5 Minuten aufgeholt und lag nur noch knapp hinter Michael. Sein Pech war, dass bei der Olympischen Distanz nur 40 Kilometer zu absolvieren sind.

 

Beim Laufen sollten sich die Kräfteverhältnisse wieder verschieben. Während Stefan und Jürgen auf den 10 Laufkilometern ihre Platzierungen halten konnten, schnappte sich Andreas, der als letzter des Stadtwerke Teams die Laufstrecke angegangen war, Steffen nach 4 Kilometern. Anton zog seinerseits umgehend wieder an dem vor ihm liegenden Thomas vorbei und machte sich an die Verfolgung von Michael. Da er  natürlich um die läuferischen Qualitäten seines Teamgefährten wusste und das interne Ranking nicht bedingungslos preisgeben wollte, gab der seinerseits alles. Am Ende rettete Michael 5 ganze Sekunden ins Ziel. (Das Klimpern der Sicherheitsnadeln hatte den heranstürmenden Anton verraten!)

 

Derart angefeuert von teaminternen Wettkampf sprangen für Jürgen eine Silbermedaille und für Stefan und Thomas jeweils eine Bronzemedaille bei den Landesmeisterschaften heraus. Darüber hinaus freute sich das ganze Team Stadtwerke Merseburg über eine geschlossene Leistung und einen Riesenschritt in Richtung Saisonziel Platz 6 unter den knapp 30 Teams der Landesliga Sachsen-Anhalts. Die endgültige Entscheidung wird der letzte Ligawettkampf am 31.8. rund um den halleschen Heidesee bringen. Wer kann sollte als Wettkämpfer oder Zuschauer dabei sein!!!



Zurückaktualisiert: 2015/05/03

 
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