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"Big Anton" besucht Big Ben

Marathon royal

 

26. April, London

 

ar| Und wieder stellte ich den Wecker auf 05:46... hatte das doch beim letzten Versuch - Berlin, 2:52:32 h - schon ganz gut geklappt. Diesmal eben mit 1 Stunde Zeitverschiebung. Welcome to London!

War ich am Freitag noch 24,4 Kilometer (Danke, GARMIN!) durch die Stadt spaziert, hatte ich das am Samstag gelassen. Lediglich zur Marathon Messe ins "ExCeL Exhibition Centre" zur Startnummernausgabe hatte es mich nach einer Stadtrundfahrt noch getrieben.

 

Gegen 07:15 ging es nach dem Frühstück im Bus Richtung "Greenwich" zum Start. Gut organisiert fand jeder sofort seinen späteren Startpunkt. In London wurde an unterschiedlichen Stellen gestartet und die Teilnehmer erst nach einigen Kilometern  "zusammengeführt". Und dann begann die Wartezeit…

 

Erstmal trank ich einen Kaffee und suchte mir ein ruhiges Plätzchen, wo ich trotz Nieselregen und Wind einen guten Blick auf die Anzeigetafel hatte. Vor "meiner" blauen Welle starteten die Elitefrauen, die Rollstuhlfahrer und das absolut stark besetzte Elite-Männer-Feld.

 

10:10 ging es dann für mich bei Top-Marathon-Wetter los. Auch am Start waren schon viele Zuschauer und jede Menge Beine vor mir. Zusammen mit einem kurz zuvor kennengelernten ZDF-Sportredakteur war der Plan in Richtung der 3:30 h zu laufen. Vielleicht war es da nicht ganz so schlecht, dass wir anfangs leicht hinter unseren benötigten Kilometerzeiten lagen, so konnte man zumindest den vielen Verkehrsinseln in der Mitte der Straße ausweichen.

 

Der erste Höhepunkt kam dann bei Kilometer 10: angefeuert von unzähligen Zuschauern umrundeten wir das Museumsschiff "Cutty Sark". Da die Strecke anfangs abfällig verlief, warem wir mittlerweile in einen ganz guten Rhythmus gekommen und lagen zeitlich inzwischen auch leicht unter unseren Vorgaben.

Trotz der insgesamt flachen Strecke gab es immer wieder leichte Anstiege, die es einem doch zeitweise schwer machten nach Puls zu laufen (was der ursprüngliche Plan war). Und so kam es, dass ich erstmals meinen "idealen" Pulsbereich verlassen musste. Kurz vor Halbmarathon wurden die Zuschauer deutlich mehr und - prima! ...es ging bergauf. Nach kurzer Orientierung wusste ich wo wir waren: Tower Bridge! Ein bisschen Gänsehaut war beim Überqueren der erlaubt.

 

Anschließend drehten wir rechts ab und liefen ausschließlich auf der rechten Seite der Strecke. Ein Auge hielten wir immer mal für die linke Straßenseite offen, denn gleich sollte uns die Spitze des Feldes entgegen kommen. Und da waren die Top-Läufer dann auch. Bei Meile 13/14 kamen uns die Kollegen aus Kenia und Äthiopien entgegen - aber: die sind ja auch eher gestartet :-)!!! Ich schätzte die Gruppe zu diesem Zeitpunkt zehn Leute stark ein. (Am Ende gewann Kipchoge in 02:04:42 vor Kipsang und Kimetto). Das Frauenfeld sahen wir leider nicht. Beim Sieg von Tigist Tufa lief Lokalmatadorin Paula Radcliffe ihren letzten Marathon.

Entlang der Themse folgten wir weiter der Strecke, immer noch angefeuert von zahlreichen Zuschauern. Verglichen mit New York und Berlin waren aber deutlich weniger Bands an der Strecke. Die Zuschauer waren dafür, wie ich fand und mir später auch andere Läufer bestätigten, deutlich lauter. Auch die Organisation bleibt hervorheben: permanent Verpflegungspunkte und auch (sofern benötigt) Toilettenhäuschen waren an der Strecke in angemessenem Abstand postiert.

 

Aber wie es bei einem Marthon dann so ist, folgten doch irgendwann die Kilometer 30+ und ja, die Beine wurden schwerer. Wir waren immer noch zu zweit unterwegs, lagen nun auch deutlich unter unserer anvisierten Zeit und sprachen uns ab, etwas Tempo raus zu nehmen.

Nach Durchquerung des Bankenvirtels - der "City of London" - überholten wir auch die letzten kostümierten Läufer. Hier wurde einiges geboten: nach Jesus, einem Affen, einer Trinkflasche und diversen Baby-Kostümen konnten wir dann auch endlich die Superhelden um Spiderman stellen.

 

Wir kamen zurück an die Themse, etwa 24 Meilen waren geschafft und nun brannten die Beine. Links von uns waren das Riesenrad "London Eye" und weiter vorn das "Houses of Parliament" (mit "Big Ben") zu sehen. Die Zuschauer peitschten alle Teilnehmer noch einmal an und so konnten auch wir unser Tempo halten Vom Kopf her war es schwierig für mich, immer auf die Meilen-Angaben zu blicken. Irgendwie zog sich das Ziel so gefühlt noch mehr.

 

Wir erreichten "Westminster" und bogen am "Elizabeth Tower" scharf rechts ab. Ab dem "St. James Park" noch 2,2 Meilen. Nach Erreichen des "Queen Victoria Memorials" bogen wir rechts auf "The Mall" welche von unzähligen britischen Fahnen und noch mehr Fans gefüllt war. Die letzten Meter, ja sogar Kilometer, fielen mir dann wieder überraschend leicht und auch meinen Laufpartner Lutz hatte ich bis zum Ende nicht verloren, nachdem ich ihm um Kilometer 34 kaum folgen konnte.

Wir erreichten wie geplant zusammen das Ziel. Im Ergebnis nur 1 Sekunde voneinander getrennt. Für mich hieß das, überraschende 03:23:43 h. Angesichts des (geringen) Trainingsumfangs im Vorfeld konnte ich es kaum glauben. Nach dem einen oder anderen Foto und einem mehr oder weniger leckeren Bier ging es möglichst “schnell” zurück ins Hotel - in die Wanne.

 

Es war somit geschafft und 50% der "World Marathon Majors"-Serie kann ich nun als abgehakt betrachten. Dass am Folgetag mein Flieger gestrichen wurde und ich somit erst verspätet zurück ins verregnete Deutschland fliegen konnte war da kaum weiter wild. Jetzt heißt es erst einmal Regeneration und dann mal gucken, wie ich nächstes Jahr vielleicht nach Chicago komme!!!



Zurückaktualisiert: 2015/05/03

 
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