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Einer der Härtesten: Kyffhäuser Bergtriathlon


Wetterkapriolen und persönliches Pech


03. Juli 2011, Kelbra

mh| Wer gedacht hatte, dass das Wetter in dieser Triathlonsaison schon genug Kapriolen geschlagen hätte, der war nicht beim Kyffhäuser Bergtriathlon gewesen. Schon die Fahrt über den Höhenzug allein ist anspruchsvoll genug. Wenn dann aber so wie in diesem Jahr noch Wind, Wellen und Regen hinzukommen, dann wird der Wettkampf zur ultimativen Herausforderung für jeden Triathleten. Ganz zu schweigen von den kleinen und großen Missgeschicken während des Rennens.

Wie so oft in letzter Zeit wurde das Stadtwerketeam auch beim Bergtriathlon durch Thomas Baier, Johannes Leutholf, Michael Hartung sowie Daniela Bollmann vertreten. Alle drei Männer - das hat der bisherige Saisonverlauf gezeigt - sind beim Schwimmen nahezu gleich gut. Thomas und Johannes eher die Radfahrer, während Michael seine Stärken bekanntermaßen beim abschließenden Lauf hat. Diese Konstellation versprach auch dieses Mal ein spannendes und offenes Rennen.

Pünktlich zum Start hörte der Regen auf. (Wahrscheinlich eine Belohnung dafür, dass wir trotz Bindfäden vor der eigenen Tür überhaupt losgefahren waren!) Der Wind blies jedoch weiter kräftig über das Wasser des Kelbraer Stausees. Dies war nicht gerade eine Einladungskarte zum Schwimmen. Da das Wasser entlang der Schwimmstrecke sehr flach ist, “gingen” dann auch zahlreiche Sportler bis ins brusthohe Wasser die Strecke ab. Andere kämpften da bereits in waagerechter Lage mit den Wellen. Eine absurde Situation die erst mit dem Ende des schützenden Bootsstegs beendet wurde. Nun wurden die Wellen von der Seite deutlich höher und es MUSSTE von allen geschwommen werden. Aber wohin? Die Bojen tanzten irgendwo in der Ferne auf den Wogen wild umher und waren nur ab und an zu sehen. Viele der Wettkämpfer wählten da nicht gerade de optimalen Kurs. So auch Michael, welcher nach erfolgreicher Passage der Bojen 1, 2 und 3 aufgrund mangelnder Orientierung die letzte Markierung und das Ufer aus den Augen verlor und dadurch etliche Meter mehr durch die Wellen schwamm. Diese waren mittlerweile so hoch, dass sich “Grammi” vom MTC beim Aufprall den Arm auskugelte und nur mit Mühe das - im wahrsten Sinne des Wortes - rettende Ufer erreichte. Wenn auch fernab vom Schuss. Nach erfolgreicher Selbstheilung sollte und kurz vor der Aufgabe des Rennens sollte sich seine Laune (und im Endeffekt auch seine Platzierung) doch noch deutlich verbessern: nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen wurde noch während (!) des laufenden Wettkampfes das Schwimmen von 2 auf 1 Runde und nur noch 750 m verkürzt. Die meisten hatten auch so genug und jede Menge Wasser geschluckt.
Auf dem Rad waren eine kleine und eine große Runde zu fahren. Insgesamt 40 Kilometer. Der erste größere Anstieg über den Hüfler schmerzte nach dem Schwimmen besonders in den Beinen. Die folgende Abfahrt brachte dann nur kurz Entlastung, denn nun ging es gegen den Wind mir orkanartigen Böen. Über mehrere Kilometer erfolgte ein harter Kampf gegen die 20 km/h-Marke auf dem Tachometer. (Manche Schlacht wurde auch verloren!) Dann das genaue Gegenteil. Kehrtwende und mit knapp 60 km/h wieder in die andere Richtung. Nun folgte der Anstieg mit 36 Kehren hinauf zum Kyffhäuser. Michael war erstaunlicherweise immer noch der erste Stadtwerker und erreichte folgerichtig als Erster den Gipfel. Doch ehrlicherweise war Johannes nahezu gleich auf. Seinen Rückstand nach dem Schwimmen hatte er nach 20 gefahrenen Kilometern aufgeholt und war nur 20 Meter zurück. Auf der Abfahrt kam er jedoch komischerweise nicht vorbeigefahren und fiel wieder zurück. Da musste ein Problem vorliegen! Und richtig: schon kurz nach dem Radstart war Johannes eine Speiche herausgerissen, so dass die Felge beständig an der Bremse schliff. Erstaunlich, dass er so gehandicapt überhaupt noch die Motivation fand, weiterzumachen. Bewundernswert, dass er dabei insbesondere bergauf noch Boden auf die Konkurrenz und seinen Teamkameraden (Ja, in diesem Fall ich. Und ja: ich muss etwas auf dem Rad tun!) gut machte. Bei den Abfahrten ließ er vernünftigerweise Vorsicht walten. Wie windig und teilweise gefährlich es an diesem Tag war, musste Thomas am eigenen Leib erfahren. Einmal zu nah in Richtung Leitplanke gedrückt, gegengelenkt und dann verbremst, schlitterte er in einer Rechtskurve geradeaus. Die Fahrt endete im Straßengraben auf der gegenüberliegenden Seite mit einem Überschlag. Gott sei Dank war weder ihm noch seinem Rad etwas passiert!

Eher ruhig und unspektakulär ging es danach beim Laufen zu. Der einsetzende Regen linderte den Durst, der Gegenwind heizte ihn an. Michael erreichte dann vor Thomas das Ziel. Johannes  komplettierte nach seinem “Radmartyrium” unser Trio. Große Klasse auch die Leistung von Daniela, die sich bei ihrer Premiere am Kyffhäuser tapfer im Kampf gegen Wind, Wellen und Regen schlug. Aufgeben wäre zu einfach gewesen...


Zurückaktualisiert: 2014/02/03

 
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